Fr
12
Aug
2011
Mut zur Lücke oder Aufstehen nach der Niederlage
Wann sind Sie das letzte Mal so richtig auf die Schnauze geflogen? Ich kann Ihnen sagen, wann es mir passiert ist: im Juni!
Ich musste einen ganz wichtigen Vortrag halten - vor ganz wichtigen Menschen. Und es war ganz wichtig für mich, dort eine gute Figur zu machen.... Blöd, ich habs versaut. Falsches Thema und schlechte Performance weil ich vor lauter Aufregung nicht mehr gut gewirkt habe...
Zuerst war ich natürlich niedergeschmettert, doch ich wollte nicht - wie früher so oft - ein ewiglanges Drama draus machen. Ich kenne mich - ich kann mich dann ewig in meinem Elend suhlen. Also, was für Strategien konnte ich anwenden, um schnell
- die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen
- es dann abzuhaken
- mich wieder auf andere Dinge zu konzentrieren?
1. Listen schreiben:
Ich habe gleich auf der Rückfahrt angefangen aufzuschreiben:
- Was schätze ich an mir in dieser Situation?
- Wofür ist diese Situation gut?
- Was war trotzdem gut?
- Welche Ideen kommen mir für die Zukunft?
Mit den Antworten habe ich drei Seiten gefüllt. Außerdem konnte ich das Gefühl des "Totalversagens" schon reduzieren und fühlte mich schon wesentlich besser.
2. Davon erzählen:
Brühwarm habe ich einem Kunden von meinem gefloppten Vortrag erzählt und seine Sympathie in der Situation hat mir sehr gut getan. Außerdem habe ich gemerkt, dass das seiner Meinung über mich gar nicht geschadet hat, er ist ja überzeugt von meinen Qualitäten als Trainerin. Im Gegenteil er fand es sogar klasse, dass ich ihm so offen davon erzählt habe. Und seitdem habe ich mit vielen Freunden und Kollegen gesprochen und ausschließlich warmherzige und positive Reaktionen erlebt. Was für ein schönes Gefühl!
3. Lernchancen nutzen:
What's in for me? Klar gibt es eine Menge zu lernen. Bisher bin ich ja hauptsächlich als Trainerin unterwegs Und bei Vorträge bin ich einfach noch nicht so gut wie ich möchte und deshalb werde ich es noch besser lernen. Da ich aber auch schon sehr gute Vorträge mit durchweg positiven Rückmeldungen bekommen haben, bin ich zuversichtlich, dass ich es bald lerne!
4. Weitermachen:
So bald wie möglich möchte ich wieder in die Bütt. Ich kann es gar nicht abwarten. Und was mir auch gut tat war, dass ich kurze Zeit nach dem Vortrags-Fiasko wieder Seminare hatte und mich auf das konzentrieren konnte, was ich richtig gut kann.
Und schon kurze Zeit später ging es mir wieder richtig gut und im Moment bin ich eh gerade total entspannt, genieße die, immer mal wieder auftauchenden, Sommertage und das Leben im Allgemeinen und wünsche mir, dass es euch auch so geht. :-)
Sa
16
Apr
2011
Ich ziehe um
Dass hier im Moment nicht viel los ist hat einen Grund: ich bin neben meiner normalen Arbeit noch mit dem Umzug meines Büro beschäftigt.
Ab Ostern 2011 habe ich dann wunderschöne Räume direkt in der Luzerner Altstadt. Für Kenner: genau am Ende der Spreuerbrücke, neben dem Mühlenplatz mit Blick auf den Pilatus und die Reuss. Grandios!
ich freue mich sehr, in Zukunft dort zu arbeiten, Kunden zu empfangen und Coachiings durchzuführen. Für meine Seminare reise ich natürlich weiterhin dahin, wo meine Kunden mich brauchen.
Um das zu erreichen muss ich aber erst noch Kisten schleppen und dann wieder auspacken, IT installieren (lassen) und alles wiederfinden, was ich gerade so kunstvoll eingepackt habe. Ich bin froh, wenn das hinter mir liegt und ich wieder regelmäßiger dazu komme Blog-Beiträge zu schreiben.
Aber natürich bin ich auch auch in dieser Zeit für Sie da, wenn etwas ist. Haben Sie keine Hemmungen mich anzurufen. Am besten geht das im Moment über mein Handy: +41 79 2544027 begin_of_the_skype_highlighting +41 79 2544027 end_of_the_skype_highlighting.
Fr
01
Apr
2011
Mut zum Weglassen
Das ist EINE meiner zahlreichen ToDo-Listen, die ich im Moment führe.
Ich ziehe demnächst in ein Büro in der Altstadt von Luzern und plane den Umzug. Daneben muss ich verschiedene Seminare und Vorträge vorbereiten. Dann muss ich mich endlich mal wieder um meinen Newsletter kümmern. Außerdem findet mein Mann, dass der Rasen vertikutiert werden müsste und das ist (abgesprochenermaßen) mein Job und..... aber ich will Sie nicht weiter mit Details nerven.
Kurz gesagt: Ich tanze gerade auf zu vielen Hochzeiten!
Und da wird mir sehr bewusst, dass...
... es ganz schön Mut braucht, um Aufgaben unerledigt zu lassen...
... aber wenn ich es schon tun muss, ist es besser, dass ich mich bewusst entscheide...
... und dann auch noch zu meiner Entscheidung stehe und kein schlechtes Gewissen habe.
Warum ich Ihnen das schreibe? Weil ich mit Teilnehmern ganz oft solche Themen bearbeite und deshalb annehme, dass es vielen Menschen so geht - vielleicht auch Ihnen?
Deshalb mache ich jetzt aus meinen 2-3 ToDo-Listen eine Gemeinsame, setze Prioritäten und entscheide, was ich ganz streichen, was verschieben und was delegieren kann. Und während ich diese Idee hier aufschreibe merke ich, dass ein grosser Seufzer der Erleichterung in mir aufsteigt. Ein gutes Gefühl!
Do
24
Feb
2011
Keine Chance für Hauptschüler? Die Mutmacher zeigen, dass es anders geht.
Haben Hauptschüler in Deutschland überhaupt eine Chance? Naja, einfach ist es für sie sicher nicht. Aber auch ein schlechter schulischer Start muss noch lange nicht heissen, dass das ganze Leben verpfuscht ist.
Das mit Willen, Mut und Glaube an sich selbst viel zu bewegen ist, zeigt mein Trainerkollege Thomas Ammon. Er startete selbst mit einem Hauptschulabschluss ins Berufsleben, wollte aber irgendwann mehr erreichen. Heute ist er selbstständiger Management-Trainer und -Coach, Nebenbei engagiert er sich in deutschen Hauptschulen. Er geht als "Der Mutmacher" in Schulklassen und zeigt, dass jeder sein Leben selbst in die Hand nehmen kann. Sag ich doch!!!
Im folgenden Video wird das tolle Projekt vorgestellt.
Mo
24
Jan
2011
Wir brauchen gar keinen Mut!
Ich komme gerade aus Sri Lanka. Deshalb war hier auch so lange nichts los.
Es ist wirklich schön da. Aber der Aufenthalt in einem so armen Land hat mir auch gezeigt: Wir brauchen hier bei uns im Sozialstaat gar keinen Mut, um Dinge in unserem Leben zu verändern. Denn eigentlich kann uns gar nichts passieren.
Das klingt vielleicht etwas radikal, darum will ich es erklären:
Wenn wir hier unseren Job nicht mehr mögen, können wir kündigen. Vielleicht gibt es gleich einen neuen Job. Wenn nicht, gibt es Arbeitslosengeld. Kommt mir mein Chef blöd schmeiß ich ihm die Klamotten vor die Füsse. Ganz einfach!
In Sri Lanke muss ich mir überlegen, ob ich überhaupt Kritik übe. Denn ohne Job läuft da gar nichts. Arbeitslosenversicherung? Gibt's nicht. Altersvorsorge? Fehlanzeige - gibt es nur für öffentlich Bedienstete und Armeeangehörige. Wenn ich also nicht ganz ganz sicher bin einen neuen Job zu haben.... Halt ich denn Mund und mach, was mir gesagt wird.
Und während in unserem Land viele Geld gespart haben oder ansonsten einfach ihr Konto überziehen oder auf Pump leben können, kann sich das in Sri Lanka kaum jemand leisten. Bei einem Einkommen von 80 € pro Monat lebt man von der Hand in den Mund.
Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ich werde jetzt nicht zum Moralapostel oder zur Retterin der Welt.
Mir haben die 3 Wochen auf dieser Insel aber das Gefühl gegeben, dass ich sehr froh sein kann, in einem Land geboren zu sein, in dem ich wirklich die Wahl habe, wie ich mein Leben gestalten will. Wir haben das Privileg unsere eigenen Entscheidungen treffen zu können. Also tun wir's auch!
Mo
06
Dez
2010
Die Charlie-Brown-Therapie - Finden Sie Ihre Mut-Haltung
Was Sie denken und fühlen, zeigt sich in Ihrer Körpersprache. Aber die Kommunikation zwischen Körper und Geist/Gefühl funktioniert auch umgekehrt. Charlie-Brown weiß das schon lange:
Wenn Sie also so dastehen, als ginge es Ihnen gut, fällt es schwerer das schlechte Gefühl zu bewahren? Das ist doch eine gute Neuigkeit! Jetzt können Sie üben:
1. Gehen Sie auf die Suche nach Ihrer Gute-Laune-Selbstbewusstsein-Mut-Haltung. Überlegen Sie oder beobachten Sie, wie Sie dastehen, wenn es Ihnen richtig gut geht. Stellen Sie sich mal probeweise so hin.
2. Um den Übergang von schlecht zu gut hinzubekommen ist es aber auch hilfreich zu wissen, wie Sie dastehen, wenn Sie gestresst, mutlos oder traurig sind. Nehmen Sie nun mal bewusst diese Haltung ein.
3. Um im Stressfall spielend zu Ihrer Mut-Haltung zu kommen, ist es hilfreich den Übergang zu üben. Wechseln Sie deshalb einige Male bewusst zwischen den Haltungen hin und her. Je öfter desto besser. Dadurch baut sich nämlich in Ihrem Gehirn ein Muster auf. Der Hypno-Systemiker Gunther Schmidt nennt das "Problemlösungs-Gymnastik".
4. Wenn Sie das nächste Mal merken, dass Sie wieder so mutlos dastehen, wird es Ihnen leichter fallen die Haltung zu wechseln. Vielleicht geht es am Anfang noch ein paarmal hin und her, aber dann können Sie auch in stressigen oder bedrohlichen Situationen schnell umschalten und so dastehen als ginge es Ihnen richtig gut.
Und Sie werden sehen: wie Charlie Brown erklärt: Dann geht es Ihnen sofort besser und sie werden sich tatsächlich selbstbewusster, mutiger oder zuversichtlicher fühlen.
Fr
19
Nov
2010
Mut-Gedanken von Oriah Mountain Dreamer
Es interessiert mich nicht, womit du dein Geld verdienst. Ich will wissen, wonach du dich sehnst und ob du die Erfüllung deines Herzenswunsches zu träumen wagst.
Es interessiert mich nicht, wie alt du bist. Ich will wissen, ob du es riskierst, dich zum Narren zu machen auf deiner Suche nach Liebe, nach deinem Traum, nach dem Abenteuer des Lebens.
Es interessiert mich nicht, welche Planeten ein Quadrat zu deinem Mond bilden. Ich will wissen ob du deinem Leid auf den Grund gegangen bist und ob dich die Ungerechtigkeiten des Lebens geöffnet haben, oder du dich klein machst und verschließt, um dich vor neuen Verletzungen zu schützen.
Ich will wissen, ob du Schmerz - meinen oder deinen eigenen - ertragen kannst, ohne ihn zu verstecken, zu bemänteln oder zu lindern.
Ich will wissen, ob du Freude - meine oder deine eigene - aushalten, dich hemmungslos dem Tanz hingeben und jede Faser deines Körpers von Ekstase erbeben lassen kannst, ohne an Vorsicht und Vernunft zu appellieren oder an die Begrenztheit des Menschseins zu denken.
Es interessiert mich nicht, ob das, was du mir erzählst, wahr ist. Ich will wissen, ob du andere enttäuschen kannst, um dir selbst treu zu bleiben; ob du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst, um deine eigene Seele nicht zu verraten; ob du treulos sein kannst, um vertrauenswürdig zu bleiben.
Ich will wissen, ob du die Schönheit des Alltäglichen erkennen kannst, selbst wenn sie nicht immer angenehm ist und ob ihre Allgegenwärtigkeit die Quelle ist, aus der du die Kraft zum Leben schöpfst.
Ich will wissen, ob du mit Unzulänglichkeit leben kannst - meiner oder deiner eigenen - und immer noch am Seeufer stehst und der silbrigen Scheibe des Vollmonds ein uneingeschränktes "JA!" zurufst.
Es interessiert mich nicht, wo du wohnst oder wie reich du bist. Ich will wissen, ob du nach einer kummervoll durchwachten Nacht zermürbt und müde bis auf die Knochen aufstehen kannst, um das Notwendige zu tun, damit deine Kinder versorgt sind.
Es interessiert mich nicht, wen du kennst oder wie du hierher gekommen bist. Ich will wissen, ob du inmitten des Feuers bei mir ausharren wirst, ohne zurückzuweichen.
Es interessiert mich nicht, wo oder was oder mit wem du studiert hast. Ich will wissen, was dich von innen heraus trägt, wenn alles andere wegbricht. Ich will wissen , ob du mit dir selbst allein sein kannst und ob du den, der dir in solch einsamen Momenten deines Lebens Gesellschaft leistet, wirklich magst.
Do
14
Okt
2010
Mutrezept 3: Wer Visionen hat muss doch nicht zum Arzt
Diesen Titel muss ich wohl erst einmal erklären: Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt wird zitiert mit dem Ausspruch: "Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen." Das sehe ich anders. Denn wer Visionen und Ziele hat entscheidet und verhält sich meist auch zielgerichtet.
Wenn die Richtung klar ist, ist Angst oft kein Thema mehr. Dinge, vor denen Sie Angst haben verkleinern sich dann zu einem Hindernis, das überwunden oder umgangen werden muss, um das Ziel zu erreichen und die Vision zu verwirklichen. Und genau das ist das wirksamste Mut-Rezept überhaupt.
"Wer ein Warum in seinem Leben kennt, kann fast jedes Wie ertragen."
(Victor Frankl)
Zurück zu dem Beispiel mit der Kalt-Akquise: Ich habe eine Vision: Ich möchte irgendwann 80 % meiner Aufträge in der Schweiz generieren, um nicht mehr soviel in Seminar-Hotels zu übernachten und mehr Zeit zuhause zu verbringen. Um das zu erreichen, muss ich den Schweizer Markt aktiv auf mich aufmerksam machen. Ein Zugang dazu ist die direkte Ansprache meiner Wunsch-Kunden.
Wenn meine Vision stark genug ist, wird die Telefon-Akquise zu einem möglichen Schritt auf meinem Weg. Ich mache sie dann zwar immer noch nicht gerne, aber ich weiss genau, wozu - und das ist die stärkste Motivation, die es gibt.
Haben Sie eine Vision, die Sie voran treibt?
Und ist Ihre Vision stark und attraktiv genug, um ihre Entscheidungen und Handlungen tagtäglich zu beeinflussen?
Wenn Ihre Vision noch nicht stark genug ist, hilft es, wenn Sie sich ihr Zielbild in allen Facetten visualisieren. Stellen Sie sich vor, wie es ist, wenn Sie ihr Ziel erreicht haben und ihre Vision wahr wird. Erschaffen Sie in Ihrem Kopf farbige, bewegte Bilder. Wenn Sie das alleine nicht gut hinbekommen, kann Ihnen ein Coach helfen (zum Beispiel ich :-) ).
Und noch etwas:
Ihre Angst hat im Normalfall eine sinnvolle Funktion. Sie kann ein wertvoller Ratgeber sein. Sie sagt Ihnen nämlich, worauf Sie auf ihrem Weg achten müssen und was Sie noch übersehen haben.
Meine Angst weist mich oft darauf hin, dass ich mich (z.B. auf ein Telefonat) nicht sorgfältig genug vorbereitet habe. Die innere Stimme, die mir sagt: "Und was ist, wenn der Kunde xy fragt." nehme ich deshalb sehr ernst, indem ich mir eine Antwort für die Frage überlege.
Wichtig ist aber, dass ich dann trotzdem aktiv werde (da hilft wieder die "Lagerfeld-Methode" aus dem vor-vorigen Beitrag).
Fr
08
Okt
2010
Mutrezept 2: Die "Kann-schief-gehen-aber-muss-nicht"-Methode
Bleiben wir bei meinem Beispiel aus dem vorigen Blog-Beitrag: Ich mache nicht gerne telefonische Kaltakquise. Ich befürchte Ablehnung.
Dennoch ist es wichtig, dass ich neue Kunden gewinne und vor allem auch, dass ich als Verkaufstrainerin regelmäßig Neukundengespräche führe. Das macht mich bei meinen Teilnehmern glaubwürdig.
Meistens funktioniert ja die Lagerfeld-Methode (nicht lang diskutieren, einfach machen!). Doch manchmal will "es" in mir einfach nicht. Die Vorstellung, was der böse Kunde alles Gemeines machen kann wird in meinem Kopf übermächtig. Dann hilft es, mich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen und das Risiko der Aktion realistisch abzuschätzen. Was kann tatsächlich passieren?
- Der Kunde kann keinen Bedarf haben - (dann kann ich ihm aber meinen Newsletter anbieten und anbieten wieder mal anzurufen) - in dem Fall bin ich schon einen Schritt weiter als vorher. Erfahrungsgemäss entsteht aus solchen Kontakten später oft ein Auftrag.
- Der Kunde kann genervt sein, wir bekommen keinen Draht zueinander und das Telefonat ist schnell zuende - dann hab ich nichts verloren, denn vorher haben wir auch keine Geschäfte miteinander gemacht. Mein Trainerkollege Dirk Kreuter sagt dazu: "Nicht gekauft hat er schon".
Was schlimmeres passiert nicht!
- Es gibt aber auch die Chance, dass der Kunde interessiert ist und wir in Kontakt kommen - dann macht Kaltakquise plötzlich Spaß, ich bin die Heldin und gut für's Geschäft ist es - ganz nebenbei - auch noch.
Zusätzlich hilft es mir noch Wahrscheinlichkeiten abzuschätzen: In 10% der Fälle stoße ich auf Interesse, in 80-85% der Fälle kann ich wenigstens einen späteren Kontakt vereinbaren und meinen Newsletter anbieten. Ergo: Nur jedes 10.-20. Telefonat ist mehr oder weniger unerfreulich. Das weiss ich so genau, weil ich mitgezählt habe. Alternativ können Sie auch jemanden fragen, der das, wovor Sie Angst haben, schon mal gemacht hat.
Ein Tipp noch zu dieser Methode: Das Abschätzen der Wahrscheinlichkeiten ist ganz wichtig weil sehr ängstliche Menschen dazu neigen die Risiken überzubewerten. Also bitte hinterfragen Sie sich immer: "Wie hoch ist realistisch die Wahrscheinlichkeit, dass die unterschiedlichen Möglichkeiten eintreffen?"
Ganz wichtig ist es übrigens noch zu fragen: "Was passiert, wenn ich nichts tue?" Der Preis des Nicht-Handels ist nämlich ganz oft höher, als der des Handelns.
Fr
08
Okt
2010
Wie machen es die Mutigen? Mutrezept 1: Die Lagerfeld-Methode
Sie müssen ja nicht glauben, dass Menschen, die selbstbewusst und mutig scheinen, es auch immer sind. Sie haben nur andere Methoden mit ihrer Angst und Unsicherheit umzugehen. Drei Methoden stelle ich Ihnen in diesem und den nächsten zwei Blogbeiträgen vor:
1. Die Lagerfeld-Methode:
Nachdem Karl Lagerfeld vor ein paar Jahren so viel abgenommen hatte, fragte ihn ein Journalist, wie er sein Gewicht halten könne, wo er doch ständig leckere Buffets vor der Nase habe. Lagerfeld antwortete in seiner unnachahmlichen Art: "Ich diskutiere einfach nicht mit mir." Diesen Satz fand ich so grandios, dass ich ihn mir zueigen gemacht habe, wenn immer ich mich selbst blockiere.
Ich nutze ihn zum Beispiel in Situationen, vor denen ich Angst habe. Beispielsweise graust es mich immer wieder Kaltakquise zu machen (das ist ein Geständnis von einer Verkaufstrainerin, oder?). Und das obwohl ich wirklich gut darin bin.
Wenn ich mir vorgenommen habe mal wieder ein paar Neukontakte zu machen, geht sofort der innere Dialog los:
"Los ruf an!"
"Nein, noch nicht jetzt, ich muss erst noch meinen Schreibtisch aufräumen."
"Alles Quatsch, drück dich nicht. Du bist Verkaufstrainerin, du musst das gerne machen wollen."
"Blödsinn, ich hasse das und deshalb will ich erst noch..."
Sobald ich merke, dass ich in wildem Palaver mit mir bin, aktiviere ich meinen inneren "Lagerfeld", stoppe die Diskussion und befehle meiner Hand den Hörer in die Hand zu nehmen. Das funktioniert (meistens)!
Und nach dem ersten Telefonat ist der Bann dann gebrochen und ich führe meist noch ganz viele Telefonate. Und natürlich bin ich hinterher stolz wie Oskar,....äh, Karl!
Mi
22
Sep
2010
Schluss mit der Selbstverurteilung!
Die meisten Menschen haben eine sehr ähnliche Sprache, wenn sie sogenannte Fehler oder Probleme bei sich beschreiben. Sie reden von "Ich":
"Ich habe mich wieder mal gedrückt."
"Ich hatte nicht den Mut."
"Ich bin zu feige zum..."
Kennen Sie das? So eine komplette Selbstverurteilung ist weder nützlich, noch wahr. Hilfreicher wäre es zu sagen:
"Eine Seite von mir hat sich gedrückt..."
Tatsächlich entsteht die Selbstverurteilung und der innere Konflikt ja nur dadurch, dass die verschiedenen Seiten in Ihnen die Situation unterschiedlich beurteilen.
Kompliziert? Dann erkläre ich es an einem Beispiel:
Paula hat sich fest vorgenommen eine Kollegin anzusprechen, über die sie sich ärgert. Die Kollegin, Lisa, delegiert immer wieder Arbeit an Paula, weil sie selbst angeblich wichtigere Aufgaben hat. Paula ängert sich jedesmal, hat aber noch nie etwas gesagt.
Doch obwohl sie sich schon mehrmals fest vorgenommen hat Lisa anzusprechen, hat sie sich im Endeffekt immer wieder gedrückt. Das Problem entsteht nun, weil Sie mit ihrer Angst nicht einverstanden ist: "Ich müsste das Gespräch suchen, aber dann habe ich immer wieder Angst davor. Ich bin ein Schisser!"
Wesentlich hilfreicher ist es, wenn Paula sagt: "Eine Seite von mir ist ängstlich und die andere will das Thema klären." Mit dieser Beschreibung kann Sie das Thema zum systematischer angehen. Sie kann sich zum Beispiel aufschreiben, welche Bedürfnisse beide Seite haben: Die eine Seite, will nicht mehr so viel zusätzliche Arbeit auf dem Tisch haben, die andere Seite möchte nicht den Frieden stören und damit riskieren, dass Lisa nicht mehr nett zu Paula ist. Ihre ängstliche Seite bewahrt sie also vor einer Situation, in der Paula sich nicht wohlfühlen würde. Sie hat sie bisher davor bewahrt, übereilt und unüberlegt zu handeln.
Paula kann nun über eine Lösung nachdenken, die beiden Seiten gerecht wird. Wenn ihr alleine nichts einfällt, kann sie auch jemandem von ihrer Zwickmühle erzählen und um Rat bitten.
Vielleicht kommt sie dann zu einer Lösung, in der sie die Kollegin zwar anspricht, aber ganz bewusst auf Beschuldigungen, Interpretationen und ähnliches verzichtet. Statt zu sagen: "Du lädst mir immer soviel Arbeit auf, du fühlst dich wohl als etwas Besseres." kann Sie besser formulieren:
"Ich bin nicht glücklich damit, dass ich von dir oft sehr viel Arbeit bekomme. Ich habe dann die Befürchtung, dass ich miene Hauptaufgaben nicht mehr schaffe und von meinem Chef Ärger bekomme. Kannst du dir vorstellen, dass wir da gemeinsam eine Lösung finden können, die für uns beide stimmt?"
Di
21
Sep
2010
Die Glücksformel alter Menschen
Auf dem Blog von Zolz Kubecska (http://impactl.wordpress.com/2010/08/23/vertrauen-besiegt-die-angst-immer/) habe ich folgende interessante Information gefunden:
Wer sich sorgt, lebt weniger lang als Menschen, die mit ihren Sorgen fertig wurden. Ein Wissenschaftler, der sich mit der Dauer des menschlichen Lebens befasst, untersuchte 450 Menschen, die ein Alter von 100 Jahren erreichten.
Er fand folgende Gründe für die lange Lebensdauer dieser Menschen heraus:
1. Sie blieben bis ins hohe Alter tätig.
2. Sie nahmen die Dinge ruhig und ohne Hast.
3. Sie assen leicht und ohne Hast.
4. Sie waren fröhliche Naturen und genossen das Leben im guten Sinne.
5. Sie gingen früh zu Bett und standen früh auf.
6. Sie befreiten sich von Angst und Sorge; sie fürchteten den Tod nicht.
7. Sie hatten Gottvertrauen.
An den Punkten 2 und 5 muss ich noch arbeiten. Sonst steht einem langen Leben nichts im Weg. Vor allem den Aspekt mit dem Gottvertrauen kann ich sehr gut nachvollziehen. Das bringt mich auch immer wieder ganz schnell auf einen positiven Weg. Danke Zolt Kubecska für die spannende Info. Morgen kommt dann wieder ein Beitrag von mir.
Mo
06
Sep
2010
Tag der Dankbarkeit: Mut zum Selbstlob
Selbstlob stinkt???
Ach Quatsch, das ist doch Schnee von gestern.
Ich habe inzwischen schon viel darüber gelesen, was Menschen tun können, um ihr Leben mutig in die Hand zu nehmen. Und eine Methode kommt in allen Mut- Glücks- und Coachingprozessen vor: Dankbarkeit für das was man hat, kann und ist.
Und auch in diesem Punkt sind sich alle einig: Menschen können sich nur dann verbessern, wenn sie zu dem stehen, was sie bisher erreicht haben. Wer sich selbst ablehnt kommt auch nicht vorwärts.
Also auf ans Werk: Machen Sie sich noche heute eine Liste mit allen Punkten auf die Sie stolz, dankbar und zufrieden sind. Wenden Sie Ihren Blick zu dem, was Sie an sich mögen. Irgendwas gibt es immer! Machen Sie es sich dabei gemütlich, legen Sie eine CD ein, die Sie besonders mögen und dann tun Sie sich selbst etwas Gutes, indem Sie sich ordentlich selbst loben. Und führen Sie diese Liste ruhig in der nächsten Zeit weiter. Schreiben Sie jeden Tag etwas drauf.
Ich habe übrigens bereits auf Anhieb 74 Punkte gefunden auf die sich stolz oder für die ich dankbar bin. Das schaffen Sie auch! Vielleicht müssen Sie ein bisschen üben das Positive an sich zu sehen aber dann klappt es immer besser. Legen Sie sich also genug Papier zurecht.
Viel Spaß!!!
Di
24
Aug
2010
Raus aus der Opferrolle oder Jeder ist seines Glückes....
Jeder ist seines Glückes Schmied.
oder
Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott.
Schlaue Sprüche, die uns auffordern selbst zu entscheiden und zu handeln, gibt es genug. Und trotzdem kennen glaube ich die meisten von uns Situationen, in denen wir uns als hilfloses Opfer aufführen und unser Leben eben nicht selbst in die Hand nehmen.
Eine Bekannte erzählt mir zum Beispiel immer wieder, welche schweren Arbeiten Sie (mit Tennisarm und arthritischem Knie) machen muss, während ihr Mann und Sohn keinen Handschlag tun. Sie hofft glaube ich immer noch, dass einer der beiden sagt: "Komm, ich mach das schon, dir geht es doch nicht so gut." Doch das wird wohl nicht passieren - warum auch? Die Rollenverteilung ist ja seit 20 Jahren bewährt.
Wenn wir uns nicht zum Opfer unserer Angehörigen machen, dann vielleicht zu Opfern unserer eigenen Gedanken. Ein paar klassische Formulierungen kommen Ihnen sicher auch bekannt vor:
"Ich kann halt nicht ...."
"Ich nehme mir immer wieder vor..., aber ich schaffe es einfach nicht."
"Ich bin einfach nicht der Mensch, der..."
Meistens erklären wir uns mit solchen Sätzen, warum wir eben nicht zufriedener sein können, als wir es sind. Natürlich benutze ich solche Formulierungen auch ab und zu. Doch je öfter ich es schaffe, mir diese bewusst zu machen und dann aus meinem Wortschatz zu streichen, desto besser schaffe ich es auch, mein Leben selbst in die Hand zu nehmen.
Der Trainer und Autor Theo Schoenaker (Buchtipp am Ende dieses Beitrags) sagt ganz klar: "Der Mensch ist ein entscheidendes Wesen." ALLES was wir tun, tun wir weil wir uns selbst dazu entscheiden. Ob wir mit einem Partner zusammenleben, der uns nicht gut tut oder einen Beruf ausüben, der uns nicht liegt. Immer haben wir selbst uns entschieden, so zu leben. Und wir können auch IMMER selbst entscheiden daran etwas zu verändern.
Manchmal tut es schon gut im Kleinen damit anzufangen und zum Beispiel zu sagen: "Lieber Sohn. Ich werde heute meinen Ellenbogen schonen und du kannst mir dabei helfen, indem du heute den Rasen mähst." Vielleicht wird der Sohn meiner Bekannten etwas nörgeln aber wenn sie das aushält und selbst klar bleibt, bringt sie ihn schliesslich ganz sicher zum Rasen mähen.
Und auch die selbstverordneten Grenzen können Sie mir einem nützlichen Selbstgespräch schnell aus der Welt räumen: "Bisher konnte ich nicht... (malen, singen, Excel-Tabellen erstellen) aber nun werde ich es lernen, weil es mir wichtig ist und ich Lust dazu habe." Ganz einfach!
Der oben erwähnte Theo Schoenaker hat übrigens ein wirklich tolles Buch zum Thema Mut geschrieben:
Do
19
Aug
2010
Mut zum Meckern - aber nett!
Ich habe mir angewöhnt zu meckern - zum Beispiel in Hotels:
Im März diesen Jahres musste ich in einem, eigentlich sehr guten, Hotel übernachten. Ich sage "eigentlich" weil das Zimmer, das man mir geben wollte furchtbar war. Es ging als Einziges direkt vom Treppenhaus ab, war winzig klein und hatte nur ein Fenster zur lauten Hauptstrasse raus. Gruselig! Im ersten Moment ärgerte ich mich und dachte, ich müsse das wohl akzeptieren. Aber dann sagte ich mir: "Quatsch, frag doch einfach mal."
An der Rezeption war die erste Reaktion: "Eigentlich haben wir kein anderes Zimmer." Ich fragte zurück: "Und was heißt eigentlich?" - Pause - Pause - Pause. Ich blieb einfach stehen und schaute den Mitarbeiter freundlich an. Dann kam meine Wunsch-Antwort: "Ach, wissen Sie was. ich gebe Ihnen eine Junior-Suite." Bingo!!!
Einen ähnlich erfreulichen Effekt hatte meine Beschwerde bei meinem Handy-Anbieter. Ich hatte ein ganz neues Handy bestellt, das noch schwer lieferbar war. Weil ich es aber unbedingt haben wollte, telefonierte ich rum und in einem Laden war es vorrätig. Ich liess das Gerät reservieren, fuhr extra hin und fand: Nichts! Keiner wusste von der Reservierung, die Reservierungsnummer war falsch, Pustekuchen!
Auf dem Rückweg rief ich meinen Telefonanbieter an und sagte: "Ich will mich einfach mal beklagen. Folgendes ist passiert..... Ich weiß auch nicht, was Sie tun sollen, aber ich wollte es wenigstens loswerden." Sehr zu meiner Überraschung schrieb mir die nette Dame am Telefon daraufhin 50 SFR auf meinem Konto gut. Schick!
Ich habe schon eine ganze Reihe so positiver Erfahrungen gemacht.
Also ich habe beschlossen zu meckern, wenn mich etwas stört. Ich bleibe dabei ganz freundlich und vermeide Schuld-Diskussionen denn darum geht es mir gar nicht. Ich will einfach eine Lösung für mein Problem und bleibe so lange stehen bis ich eine habe. Das funktioniert super, bringt mir etwas ein und macht gute Laune!
Mut brauche ich dazu auch noch. Aber je öfter ich so positive Erfahrungen mache, desto kleiner ist der Ruck, den ich mir geben muss.
Fr
06
Aug
2010
Mut: Gar nicht so einfach!
Manchmal nehme ich mir vor etwas Mutiges zu tun und mache es dann doch nicht. Wenn Sie ehrlich sind, kennen Sie das auch, oder?
Als Coach bin ich bisher immer verzweifelt, wenn ich Teilnehmer hatte, die im Coaching tolle Vorsätze gefasst und sie dann doch nicht umgesetzt haben. Seit ich einen Vortrag des Neurobiologen Gerald Hüther zum Thema Gehirn und Körper gehört habe, verstehe ich viel besser, was der Grund dafür ist (s. CD-Tipp am Ende dieses Beitrags).
Auslöser dafür, dass man eine lange verankerte Angst oder Hemmung nicht einfach durch einen guten Vorsatz umgehen kann ist die "Hebbsche Regel". Die besagt nämlich, dass eine neuronale Verbindung entsteht, wenn zwei Nervenzellen regelmäßig gleichzeitig feuern.
Also mal ganz stark vereinfacht: wenn Paul immer einen auf den Deckel bekommt wenn er ein Gedicht aufsagt, dann festigt sich vielleicht eine neuronale Verbindung zwischen "Auftreten vor andern" und "Angst vor Demütigung". Weil Paul dadurch sehr gehemmt ist, wirkt er bei öffentlichen Auftritten (z.B. in der Schule, später im Beruf) nicht gut. Er wird daraufhin nicht gelobt oder bekommt sogar schlechtes Feedback und so festigt sich seine Überzeugung: Ich kann das nicht.
Nun entsteht sogar ein negativer Regelkreis: Paul versucht seine Überzeugung zu bestätigen weil jedes Mal, wenn er wieder bewiesen hat, dass er nicht gut vor Leuten sprechen kann, sein Belohnungszentrum Glückshormone ausschüttet, die sagen: "Hurra Paul, du hast wieder Recht gehabt. Du kannst es nicht."
Da muss ich mich als Coach nicht wundern! Die einzige Chance besteht nun darin, dass Paul zunächst mal sein Großhirn nutzt, um zu verstehen, was die Ursache für diese festsitzende Angst ist. Dann kann ich ihn als Coach einladen neue positive Erfahrungen zu erleben. Logischerweise reicht da nicht eine gute Erfahrung. Paul muss richtiggehend üben. dass er sich vor anderen doch wohl fühlen kann. Je öfter jetzt im Gehirn die zwei neuen Bereiche gleichzeitig feuern: "Ich spreche vor anderen" UND "ich fühle mich gut!" desto stabiler wir eine neue neuronale Bahn.
Diese und viele andere spannende Infos habe ich auf der Vortragssammlung "Gehirn und Körper" gefunden. Besonders spannend sin die Vorträge von Gerald Hüther (Neurobiologe an der Uni Göttingen) und Gunther Schmidt (Psychotherapeut und Facharzt für Psychosomatik).
Mi
04
Aug
2010
Würdigung einer mutigen Frau
Nun ist meine Freundin gestorben. Traurig!
Und natürlich ist Tod immer auch ein Moment des Rückblicks. Seit mein Mann und ich gestern von Ihrem Tod erfuhren, haben wir viel über sie gesprochen. Sie war eine mutige und warmherzige Frau und war sich dessen oft nicht bewusst.
Wir haben in der Vergangenheit viele Gespräche geführt und ich habe sie ein paarmal gecoacht. Daher weiss ich, dass meine Freundin oft Selbstzweifel hatte und sich selbst nicht viel zutraute. Noch während ihrer Krebserkrankung machte sie eine Ausbildung in psychologischer Atrologie. Doch sie wagte sich nie Menschen zu beraten. Über ihre Angst davor haben wir oft gesprochen und überlegt, wie sie sie überwinden könnte. Sie hat sich dennoch nie getraut und sich deshalb glaube ich einige Vorwürfe gemacht.
Erst im Nachhinein wird mir klar, dass sie ihren ganzen Mut in der Zeit wohl für etwas anderes brauchte: zum Weiterleben, um die Hoffnung auf Heilung zu behalten und ihre Familie, Freunde und vielleicht auch sich vor der unausweichlichen Wahrheit zu schützen. Der Wahrheit, dass ihr Krebs schon viel zu weit fortgeschritten war, um noch geheilt zu werden.
So hat sie all ihren Mut zusammengenommen, um trotz der schrecklichen Diagnose noch einige Jahre zu leben. Vielleicht bis ihre Söhne alt genug waren.
Ich bewundere ihren Mut. Ich bin sehr stolz, diese tolle Frau gekannt zu haben und hoffe, dass es ihr, dort wo sie jetzt ist, gut geht.
Di
27
Jul
2010
Sterben und Tod? Das Thema braucht Mut!
Ich habe mir jetzt einige Tage lang Gedanken gemacht, ob ich über dieses Thema überhaupt schreiben soll. Ich habe mich dann doch dafür entschieden, weil es ein echtes Mut-Thema für mich ist:
Eine Freundin von mir, die schon lange Krebs hat stirbt nun. Freunde berichteten mir vor einigen Wochen, dass es ihr gesundheitlich schlechter geht. Ein Schock, denn im März sah es noch ganz gut aus.
Schon in der Phase, in der sich ihr Zustand verschlechterte, fehlte mir zunächst der Mut anzurufen. Ich schob das Telefonat einige Zeit vor mir her. Ich glaube, ich hätte mich noch länger gedrückt, wenn ich mich nicht gerade mit dem Thema Mut beschäftigen würde. Aber so führte ich ein nützliches Selbstgespräch und sagte mir: "Das kann ich echt nicht bringen - über Mut schreiben aber mich vor dem Anruf drücken." Also gab ich mir buchstäblich einen Ruck und rief an. Ich bat um einen Rückruf, wenn wir sie mal besuchen könnten. Der kam aber zunächst nicht.
Statt dessen erreichte uns vor einer Woche eine sms von ihrem Mann: Sie ist im Spital und es geht nicht mehr lange.
Wieder wollte ich mich drücken. Diesmal kam der wertvolle Ruck von meinem Mann, der sagte: "Wann gehen wir denn hin?" Zuerst war ich regelrecht geschockt und versuchte Ausreden zu finden, doch dann wurde mir klar: Es ist einfach richtig und wichtig hinzugehen und Abschied zu nehmen.
Doch ich glaube, ohne meinen Mann hätte ich ich nicht getraut. Noch vor dem Krankenhaus war ich unendlich nervös. Doch mein Gefühl hielt mich bei der Stange, das mir sagte: das ist richtig so.
Nach einem anfänglichen Schrecken und Unsicherheit mit der Situation umzugehen (sie sieht sehr verändert aus und kann unter Morphium kaum noch reagieren), war der Besuch aber ein sehr positives Erlebnis. Unsere Freundin freute sich und lachte, als sie mich sah. Sie bekam nicht alles, aber doch noch Einiges von dem mit, was ich ihr sagte, auch wenn sie nicht mehr sprechen und antworten kann. Und auch zu erleben, wie ihre Familie mit ihr umgeht war wunderschön und beeindruckend.
Und sie zu sehen und mir klar zu machen, wieviel Mut sie in all den Jahren brauchte, um mit der schweren Krankheit umzugehen, relativierte auch viel von meinen Ängsten. Ich bin froh, dass ich noch einmal bei ihr war und wünsche ihr, dass sie ohne Angst und mit möglichst wenig Schmerzen gehen kann und dass sie spürt, dass ihre Familie und ihre Freunde bei ihr sind und an sie denken.
Do
22
Jul
2010
Das muss der doch merken - Mut zur Seelenhygiene
"Das muss der doch merken..."
... dass er mir auf dem Fuss steht.
... dass sein MP3 Player den ganzen Waggon beschallt
... dass man an seinem Auto nicht mehr vorbei kommt.
Nein, wahrscheinlich merkt er es nicht, sonst würde er es nicht tun. Oder wenn er es doch merkt, beurteilt er die Situation anders und findet selbst "Ist doch nicht schlimm."
Wenn ich also will, dass sich die Situation ändert, muss ich sagen, dass ich das, was der andere tut nicht gut finde. Und zwar sofort und bevor, ich mich innerlich so aufgeregt habe, dass ich es nur noch unhöflich rausbringe.
Ich nenne das "Seelenhygiene". Sorg für dich, denn kein anderer kann es für dich tun.
Zugegeben, es erfordert manchmal Mut wildfremde Menschen anzusprechen: "Können Sie bitte ihr Auto etwas zur Seite fahren, damit ich durchfahren kann?", "Kannst du bitte deinen MP3-Player leiser stellen, mich stört das."
Aber es ist besser mich zu trauen, als so lange zu warten, bis ich es gar nicht mehr aushalten kann und dann unsachlich werde. Oder - noch schlimmer - gar nichts zu sagen und mich die ganze Zeit zu ärgern.
Wenn Sie auch zu der "Das muss der doch merken"-Fraktion gehören, probieren Sie doch mal aus, was passiert, wenn Sie etwas sagen. Sie werden erstaunt sein: In 95% der Fälle ändern die Leute ihr störendes Verhalten, ohne zu murren oder entschuldigen sich sogar.
Mo
19
Jul
2010
Mut zum Aufgeben?!
Aufgeben oder Aufhören? Ich habe lange überlegt, wie ich das nennen soll. Egal, beides stimmt.
Zur Vorgeschichte: Gestern war ich mit meinem Mann Mountainbiken. Wir sind auf den Menzberg gefahren. Der ist gefühlte 8000 Meter hoch. In Wahrheit sind es nicht mal 1000 m. Der Weg, den wir nahmen, war jedenfalls steinig und steil und lang und noch länger. Ich kämpfte und kämpfte, musste dann aber doch absteigen. Was für eine Schmach.
Während ich dann schob wurde mir klar: Zum aufhören/aufgeben gehört auch Mut:
Ich muss mir erlauben zu verstehen, dass ich noch nicht so weit bin, diesen Berg komplett und in einem Stück rauf zu fahren. Die Betonung liegt auf "noch nicht". Kein Zweifel, dass ich es irgendwann schaffen kann. Ich brauche nur den Mut es immer wieder zu versuchen.
Auf dem Foto geht es natürlich nicht bergauf, sondern ziemlich steil bergab. Früher hätte ich so einen steilen, steinigen Trampelpfad mal runterfahren können. Aber dann bin ich ca. 15 Jahre nicht mehr Mountainbike gefahren. Diesmal habe ich es mich nicht getraut. Da hätte ich nun Mut gebraucht, um es dennoch zu versuchen oder Mut, um abzusteigen und mit zu gestatten es eben nicht zu versuchen.
Die Hauptsache ist: Ich habe gestern auf der Tour einige Entscheidungen getroffen und darüber innerlich lange mit mir diskutiert und gehadert. Ich wünsch mir in Zukunft mehr Mut zu solchen Entscheidungen zu stehen und mir zu sagen: "Es ist ok, dass ich jetzt abgestiegen bin. Ich werde beim nächsten Mal versuchen ein bisschen weiter zu fahren bevor ich absteige."
Do
15
Jul
2010
Sprechen Sie über Mut!
In den letzten 14 Tagen habe ich mit vielen Menschen über Mut gesprochen. Einige habe ich interviewt, mit einigen habe ich mich einfach so über das Thema unterhalten. Und ich bin total überwältigt, was so alles passiert.
Das Thema Mut hat eine unglaubliche Energie. Jeder hat sich darüber schon Gedanken gemacht, etwas dazu erlebt oder Menschen für ihren Mut bewundert. Und so brauche ich das Thema nur anzustossen und sofort ergibt sich ein langes und spannendes Gespräch.
In meinen Interviews frage ich einfach:
- "Was ist für dich Mut?"
- "Wozu brauchst du Mut? oder Wozu hast du in deinem Leben schon Mut gebraucht?"
- "Was ist dein persönliches Mut-Rezept?"
Stellen Sie diese Fragen doch einfach mal Menschen, die Sie kennen! Hören Sie gut zu und erleben Sie, was passiert. Ich freue mich, wenn Sie genauso überrascht werden wie ich. Nach meiner bisherigen Erfahrung werden Sie:
- Geschichten hören, die Sie noch nicht kannten
- Facetten an Menschen entdecken, die Ihnen bisher verborgen blieben
- Definitionen von Mut hören, auf die Sie selbst nicht gekommen wären.
Ich freue mich über eine Rückmeldung per Mail oder in meinem Gästebuch!
Sa
03
Jul
2010
Mut etwas für andere zu tun!
Um mehr über den Mut zu erfahren und darüber, was er für unterschiedliche Menschen bedeutet, habe ich angefangen Interviews mit Leuten zu führen, die mir in meinem Job oder Privatleben begegnen. Schon die ersten Gespräche waren unglaublich spannend. Das Thema Mut hat eine faszinierende Eigendynamik.
Unter anderem habe ich Carsten Czech befragt. Ich lernte ihn kennen weil er als Außendienstmitarbeiter der Firma VauDe schon zweimal an Seminaren von mir genommen hatte.
Was ich durch das Interview über ihn erfuhr, hat mich dennoch total überrascht. Carsten hat sich aufgrund persönlicher Erlebnisse (auf seiner Homepage nachzulesen) entschlossen Kinderhospize zu unterstützen. Er wollte aber nicht einfach "ein bisschen spenden", sondern richtig viel bewegen. Deshalb entwickelte er die Idee Pflasterdosen an Apotheken zu verkaufen deren Erlös beim Verkauf zu 100 % an den Deutschen Kinderhospizverein e.V. geht.
Viele wollten Carsten abhalten oder nahmen seine Aktion nicht ernst. Trotzdem hatte er immer wieder den Mut trotz aller Gegenstimmen weiter zu machen. Hut ab Carsten! Weitere Informationen über die Aktion finden Sie hier: www.hilfsinitiative.de
Di
29
Jun
2010
Mut zu falschen Entscheidungen
Wer immer nach der richtigen Entscheidung sucht, liegt falsch. Denn auch und gerade bei sorgfältiger Prüfung können Sie treffsicher falsch entscheiden. Die Suche nach der perfekten Entscheidung bremst lediglich das Handeln.
Und es ist noch viel fataler: Intuitiv entscheiden wir sogar sehr häufig richtig. Denn das Gehirn ist in der Lage die Vielfalt der Informationen, die auf uns eindringt zu reduzieren, zu filtern und mit unserem Erfahrungsschatz abzugleichen. Entscheidungen fallen also oft rasant schnell, das Denken danach dient nur der nachträglichen Legitimation der Entscheidung.
Manchen Menschen fällt es allerdings schwer, diese intuitiven Entscheidungen wahrzunehmen oder zu zu lassen. Mein Kollege Claus von Kutzschenbach empfiehlt dazu eine ganz einfache Methode: Er rät bei Entscheidungen einfach die Hemdknöpfe abzuzählen (Ja, Nein, Ja, Nein). Fühlt sich die Entscheidung danach falsch an wählen Sie die andere Variante. Können Sie mit dem Ergebnis gut leben, was die richtige intuitive Entscheidung. Mutig? Ja sicher! Aber ohne Mut zum Risiko geht halt nichts voran.
Und noch ein Tipp zu Schluss: Wenn Sie doch mal falsch entschieden haben: "Was soll's. Geben Sie es einfach zu, bringen Sie es in Ordnung und machen Sie dann weiter!"*
*Larry Winget: "Halt den Mund, hör auf zu heulen und lebe endlich!"
So
27
Jun
2010
Mut macht glücklich!
Nun hat also meine „Forschungsreise“ begonnen. Gleich das erste Buch aus meinem Bücherschrank, bringt mir neue Ideen: Felix von Cube, Lust an Leistung*.
Von Cube beschäftigt sich darin mit der Bedeutung der menschlichen Triebe** für beruflichen Erfolg und Lebensglück.
Eine besondere Bedeutung hat in diesem Zusammenhang der Sicherheitstrieb. Menschen suchen immer wieder aktiv die Unsicherheit, um dann wieder zu Sicherheit zu finden. Ursprünglich diente dieser
Trieb dazu, sich aus ungünstigen Lebensbedingungen (z. B. weil Nahrung knapp geworden war) wieder in ein günstigeres Umfeld zu begeben. Dazu mussten die Menschen sich aber häufig in unbekanntes
Terrain begeben. Die Triebbefriedigung bestand darin, in dieser neuen Umgebung oder Situation wieder ein Gefühl von Sicherheit zu bekommen.
Heute ist es zwar nicht mehr lebensnotwendig diesen Trieb auszuleben aber genetisch bedingt, macht es uns immer noch glücklich Neues, Unbekanntes zu erobern, es zu Bekanntem zu machen und dadurch
unseren Sicherheitstrieb zu befriedigen. Gibt man diesem Trieb regelmäßig nach, entsteht das, was die Wissenschaftler Flow nennen.
Was bedeutet das in der Praxis - zum Beispiel in meinem Leben?
Ich konnte mich in der Beschreibung sofort wieder erkennen: Bis ich Trainerin wurde, hatte ich bereits diverse Berufe. Ich war Herrenschneiderin (mit
Gesellenbrief) Kostümassistentin am Theater, Sachensucher (das ist eine längere Geschichte) Innendienstmitarbeiterin und Außendienstverkäuferin. Immer wenn es gerade richtig gut lief, wurde ich
unruhig und wollte eine neue oder andere Herausforderung. Ich habe mich manchmal gefragt, warum ich immer wieder von vorne angefangen habe – Voilà nun habe ich die Antwort.
Von Cube schreibt in seinem Buch, dass man sich in der heutigen Zeit zwar um die Triebbefriedigung drücken kann, aber Lebensglück findet man nur dann, wenn
man sie immer wieder sucht. Kann ich bestätigen. Ich fand neue Herausforderungen immer wieder spannend aber gleichzeitig auch beängstigend.
Und übrigens: je größer der Reiz (in diesem Fall die neue Herausforderung) desto größer auch die Triebbefriedigung. Das ist wohl der Grund, warum ich jetzt
schon seit 10 Jahren Trainerin bin und nicht mehr über einen Wechsel nachdenke. Der Beruf ist sehr herausfordernd, birgt aber auch immer wieder die Möglichkeit etwas Neues auszuprobieren. Flow
inklusive!
Dass ich mich nun aufmache Expertin für Mut zu werden, ist wohl wieder ein Sprung in die Unsicherheit. Von Cubes Modell passt für mich in jedem Fall!
Was hat das ,mit Mut zu tun? Alles! Für jede neue Herausforderung braucht es Mut. Wer diesen Mut immer wieder aufbringt wird glücklich,
erlebt Triebbefriedigung und Flow. Das klingt doch super, oder?
*Felix von Cube: Lust an der Leistung: Die Naturgesetze der Führung, Piper Verlag
**Die fünf Triebe sind übrigens Nahrungstrieb, Sexualtrieb, Aggressionstrieb, Sicherheitstrieb und Beziehungstrieb.
Fr
25
Jun
2010
Echt mutig - Thomas Geierspichler
Letzte Woche habe ich beim Kongress des Club 55 Thomas Geierspichler erlebt. Er ist mehrfacher Weltmeister und Olympiasieger und einfach ein cooler Typ. Seit seinem 18. Lebensjahr sitzt er im Rollstuhl und hat nach einem tiefen Absturz zum Glauben und zum Sport gefunden.
Irgendwann hat er aufgehört sich zu sagen: "sei realistisch". Statt dessen hat er sich einen Traum verwirklicht: Die österreichische Bundeshymne sollte einmal zu seinen Ehren bei den olympischen Spielen gespielt werden. Dieser Traum wurde 2008 bei den Paralympics in Peking wahr. Seit dem hat er viele weitere Erfolge gefeiert.
Zur Frage wie er seine Vision erreicht hat sagte er: "Ich brauche keine Zwischenziele und Meilensteine, um mein Ziel zu erreichen. Ein Ziel ist für mich wie ein Sonnenuntergang, der hinter mehreren Bergrücken zu sehen ist. Wenn ich da hinwill, laufe ich einfach los - so lange bis ich ankomme. "
Sein Lebensmotto: Alles ist möglich, dem der da glaubt (MK 9,23)
Fr
25
Jun
2010
Mut-Blog startet
für das kommend Jahr habe ich mir selbst einen Forschungsauftrag gegeben. Ich möchte mich mit dem Thema Mut auseinandersetzen. Diese Idee hat verschiedene Ursachen:
1. Ich bin Verkaufstrainerin: Mir liegt am Herzen, Menschen zu ermutigen bessere Verkäufer zu werden, ständig an sich zu arbeiten und immer besser zu werden.
2. Ich bin Coach: Auch da geht es um Veränderung und Verbesserung. Ich arbeite im Coaching sehr eng mit Menschen zusammen und lerne viel darüber, was sie von Veränderungen abhält. Oft braucht es Mut!
3. Ich bin ein Angsthase: Ich selbst habe vor vielen Dingen Respekt. Ich lasse mich aber trotzdem nur selten von etwas abhalten. Ich habe für mich eine ganze Menge Mut-Rezepte gefunden. Die möchte ich ausbauen und weitergeben.
Noch gibt es auch für mich viele offene Fragen zum Thema Mut:
Was passiert im Gehirn, wenn wir mutig oder ängstlich sind?
Was unterscheidet Menschen, die sich viel trauen von denen, die zaghaft sind?
Wie kann man Mut lernen?
Wie können Führungskräfte, Trainer und Coaches Menschen ermutigen?
und so weiter und so weiter und so weiter.
In diesem Blog werde ich Sie regelmäßig über meine neuesten Erkenntnisse und Erfahrungen auf dem Laufenden halten. Ich freue mich, wenn Sie dabei bleiben.

