Fr
12
Aug
2011
Mut zur Lücke oder Aufstehen nach der Niederlage
Wann sind Sie das letzte Mal so richtig auf die Schnauze geflogen? Ich kann Ihnen sagen, wann es mir passiert ist: im Juni!
Ich musste einen ganz wichtigen Vortrag halten - vor ganz wichtigen Menschen. Und es war ganz wichtig für mich, dort eine gute Figur zu machen.... Blöd, ich habs versaut. Falsches Thema und schlechte Performance weil ich vor lauter Aufregung nicht mehr gut gewirkt habe...
Zuerst war ich natürlich niedergeschmettert, doch ich wollte nicht - wie früher so oft - ein ewiglanges Drama draus machen. Ich kenne mich - ich kann mich dann ewig in meinem Elend suhlen. Also, was für Strategien konnte ich anwenden, um schnell
- die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen
- es dann abzuhaken
- mich wieder auf andere Dinge zu konzentrieren?
1. Listen schreiben:
Ich habe gleich auf der Rückfahrt angefangen aufzuschreiben:
- Was schätze ich an mir in dieser Situation?
- Wofür ist diese Situation gut?
- Was war trotzdem gut?
- Welche Ideen kommen mir für die Zukunft?
Mit den Antworten habe ich drei Seiten gefüllt. Außerdem konnte ich das Gefühl des "Totalversagens" schon reduzieren und fühlte mich schon wesentlich besser.
2. Davon erzählen:
Brühwarm habe ich einem Kunden von meinem gefloppten Vortrag erzählt und seine Sympathie in der Situation hat mir sehr gut getan. Außerdem habe ich gemerkt, dass das seiner Meinung über mich gar nicht geschadet hat, er ist ja überzeugt von meinen Qualitäten als Trainerin. Im Gegenteil er fand es sogar klasse, dass ich ihm so offen davon erzählt habe. Und seitdem habe ich mit vielen Freunden und Kollegen gesprochen und ausschließlich warmherzige und positive Reaktionen erlebt. Was für ein schönes Gefühl!
3. Lernchancen nutzen:
What's in for me? Klar gibt es eine Menge zu lernen. Bisher bin ich ja hauptsächlich als Trainerin unterwegs Und bei Vorträge bin ich einfach noch nicht so gut wie ich möchte und deshalb werde ich es noch besser lernen. Da ich aber auch schon sehr gute Vorträge mit durchweg positiven Rückmeldungen bekommen haben, bin ich zuversichtlich, dass ich es bald lerne!
4. Weitermachen:
So bald wie möglich möchte ich wieder in die Bütt. Ich kann es gar nicht abwarten. Und was mir auch gut tat war, dass ich kurze Zeit nach dem Vortrags-Fiasko wieder Seminare hatte und mich auf das konzentrieren konnte, was ich richtig gut kann.
Und schon kurze Zeit später ging es mir wieder richtig gut und im Moment bin ich eh gerade total entspannt, genieße die, immer mal wieder auftauchenden, Sommertage und das Leben im Allgemeinen und wünsche mir, dass es euch auch so geht. :-)

