Mo
24
Jan
2011
Wir brauchen gar keinen Mut!
Ich komme gerade aus Sri Lanka. Deshalb war hier auch so lange nichts los.
Es ist wirklich schön da. Aber der Aufenthalt in einem so armen Land hat mir auch gezeigt: Wir brauchen hier bei uns im Sozialstaat gar keinen Mut, um Dinge in unserem Leben zu verändern. Denn eigentlich kann uns gar nichts passieren.
Das klingt vielleicht etwas radikal, darum will ich es erklären:
Wenn wir hier unseren Job nicht mehr mögen, können wir kündigen. Vielleicht gibt es gleich einen neuen Job. Wenn nicht, gibt es Arbeitslosengeld. Kommt mir mein Chef blöd schmeiß ich ihm die Klamotten vor die Füsse. Ganz einfach!
In Sri Lanke muss ich mir überlegen, ob ich überhaupt Kritik übe. Denn ohne Job läuft da gar nichts. Arbeitslosenversicherung? Gibt's nicht. Altersvorsorge? Fehlanzeige - gibt es nur für öffentlich Bedienstete und Armeeangehörige. Wenn ich also nicht ganz ganz sicher bin einen neuen Job zu haben.... Halt ich denn Mund und mach, was mir gesagt wird.
Und während in unserem Land viele Geld gespart haben oder ansonsten einfach ihr Konto überziehen oder auf Pump leben können, kann sich das in Sri Lanka kaum jemand leisten. Bei einem Einkommen von 80 € pro Monat lebt man von der Hand in den Mund.
Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ich werde jetzt nicht zum Moralapostel oder zur Retterin der Welt.
Mir haben die 3 Wochen auf dieser Insel aber das Gefühl gegeben, dass ich sehr froh sein kann, in einem Land geboren zu sein, in dem ich wirklich die Wahl habe, wie ich mein Leben gestalten will. Wir haben das Privileg unsere eigenen Entscheidungen treffen zu können. Also tun wir's auch!

