Di
24
Aug
2010
Raus aus der Opferrolle oder Jeder ist seines Glückes....
Jeder ist seines Glückes Schmied.
oder
Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott.
Schlaue Sprüche, die uns auffordern selbst zu entscheiden und zu handeln, gibt es genug. Und trotzdem kennen glaube ich die meisten von uns Situationen, in denen wir uns als hilfloses Opfer aufführen und unser Leben eben nicht selbst in die Hand nehmen.
Eine Bekannte erzählt mir zum Beispiel immer wieder, welche schweren Arbeiten Sie (mit Tennisarm und arthritischem Knie) machen muss, während ihr Mann und Sohn keinen Handschlag tun. Sie hofft glaube ich immer noch, dass einer der beiden sagt: "Komm, ich mach das schon, dir geht es doch nicht so gut." Doch das wird wohl nicht passieren - warum auch? Die Rollenverteilung ist ja seit 20 Jahren bewährt.
Wenn wir uns nicht zum Opfer unserer Angehörigen machen, dann vielleicht zu Opfern unserer eigenen Gedanken. Ein paar klassische Formulierungen kommen Ihnen sicher auch bekannt vor:
"Ich kann halt nicht ...."
"Ich nehme mir immer wieder vor..., aber ich schaffe es einfach nicht."
"Ich bin einfach nicht der Mensch, der..."
Meistens erklären wir uns mit solchen Sätzen, warum wir eben nicht zufriedener sein können, als wir es sind. Natürlich benutze ich solche Formulierungen auch ab und zu. Doch je öfter ich es schaffe, mir diese bewusst zu machen und dann aus meinem Wortschatz zu streichen, desto besser schaffe ich es auch, mein Leben selbst in die Hand zu nehmen.
Der Trainer und Autor Theo Schoenaker (Buchtipp am Ende dieses Beitrags) sagt ganz klar: "Der Mensch ist ein entscheidendes Wesen." ALLES was wir tun, tun wir weil wir uns selbst dazu entscheiden. Ob wir mit einem Partner zusammenleben, der uns nicht gut tut oder einen Beruf ausüben, der uns nicht liegt. Immer haben wir selbst uns entschieden, so zu leben. Und wir können auch IMMER selbst entscheiden daran etwas zu verändern.
Manchmal tut es schon gut im Kleinen damit anzufangen und zum Beispiel zu sagen: "Lieber Sohn. Ich werde heute meinen Ellenbogen schonen und du kannst mir dabei helfen, indem du heute den Rasen mähst." Vielleicht wird der Sohn meiner Bekannten etwas nörgeln aber wenn sie das aushält und selbst klar bleibt, bringt sie ihn schliesslich ganz sicher zum Rasen mähen.
Und auch die selbstverordneten Grenzen können Sie mir einem nützlichen Selbstgespräch schnell aus der Welt räumen: "Bisher konnte ich nicht... (malen, singen, Excel-Tabellen erstellen) aber nun werde ich es lernen, weil es mir wichtig ist und ich Lust dazu habe." Ganz einfach!
Der oben erwähnte Theo Schoenaker hat übrigens ein wirklich tolles Buch zum Thema Mut geschrieben:

