Mi
04
Aug
2010
Würdigung einer mutigen Frau
Nun ist meine Freundin gestorben. Traurig!
Und natürlich ist Tod immer auch ein Moment des Rückblicks. Seit mein Mann und ich gestern von Ihrem Tod erfuhren, haben wir viel über sie gesprochen. Sie war eine mutige und warmherzige Frau und war sich dessen oft nicht bewusst.
Wir haben in der Vergangenheit viele Gespräche geführt und ich habe sie ein paarmal gecoacht. Daher weiss ich, dass meine Freundin oft Selbstzweifel hatte und sich selbst nicht viel zutraute. Noch während ihrer Krebserkrankung machte sie eine Ausbildung in psychologischer Atrologie. Doch sie wagte sich nie Menschen zu beraten. Über ihre Angst davor haben wir oft gesprochen und überlegt, wie sie sie überwinden könnte. Sie hat sich dennoch nie getraut und sich deshalb glaube ich einige Vorwürfe gemacht.
Erst im Nachhinein wird mir klar, dass sie ihren ganzen Mut in der Zeit wohl für etwas anderes brauchte: zum Weiterleben, um die Hoffnung auf Heilung zu behalten und ihre Familie, Freunde und vielleicht auch sich vor der unausweichlichen Wahrheit zu schützen. Der Wahrheit, dass ihr Krebs schon viel zu weit fortgeschritten war, um noch geheilt zu werden.
So hat sie all ihren Mut zusammengenommen, um trotz der schrecklichen Diagnose noch einige Jahre zu leben. Vielleicht bis ihre Söhne alt genug waren.
Ich bewundere ihren Mut. Ich bin sehr stolz, diese tolle Frau gekannt zu haben und hoffe, dass es ihr, dort wo sie jetzt ist, gut geht.

